© Guitarra a Dos 2015 Impressum
BAD LANGENSALZA. „Wir   verbinden   Generationen!“   heißt   das   Konzept,   nach   dem   die   Marseille-Kliniken   AG und    die    Hochschule    für    Musik    und    Theater    Hamburg    miteinander    kooperieren: Stipendien,   Studienaufenthalte   und   vor   allem   Auftrittsmöglichkeiten   zur   Erlangung   von Publikumssicherheit für die angehenden Künstler. Der    Seniorenwohnpark    Bad    Langensalza    war    zum    ersten    Mal    Nutznießer    dieser lobenswerten   Initiative,   und   so   konnten   am   vergangenen   Freitag   gleich   zwei   junge Musiker begrüßt werden, Ramona Beyer und German Gajardo Torres. [...] Freitag,   später   Nachmittag   im   Seniorenwohnpark.   Nicht   nur   Einwohner   sind   zu   dieser eher    ungewöhnlichen    Zeit    in    den    Veranstaltungsraum    gekommen,    auch    Ärzte, Physiotherapeuten    und    andere    Kooperationspartner    der    Einrichtung.    Und    es    gibt Häppchen,   dazu   Sekt,   Wasser   und   Saft.   Statt   Handy-Klingeln   fiept   ab   und   an   ein Blutdruck-Messgerät,    wird    turnusmäßig    die    eine    oder    andere    Thrombose-Spritze verabreicht.   Meine   Nachbarin,   Diabetikerin,   nimmt   ihr   Abendbrot   aber   doch   lieber   auf dem   Zimmer   zu   sich.   Es   ist   nun   einmal   alles   etwas   anders,   wenn   vorrangig   Senioren im Saal sitzen. Trotzdem     folgen     alle     gleichermaßen     aufmerksam     einer     musikalischen     Reise: Bachianinha   Nr.   1   hat   der   Brasilianer   Paulinho   Nogueira   seine   Komposition   genannt, die   zwar   auf   Bach   bezogen   sein   soll,   aber   dennoch   durchweg   südamerikanisch   klingt. Der   1982   in   Sibirien   geborene   Alexander   Mironov   hat   eigens   für   German   Gajardo Torres   ein   virtuoses   Stück   komponiert,   das   dieser   mit   großem   Engagement   vorträgt. Doch     nicht     nur     auf     der     Konzertgitarre,     sondern     auch     auf     deren     winzigem Schwesterinstrument    ist    Torres    zu    Hause:    Charango    heißt    das    gerade    einmal tellergroße    Zupfinstrument,    dessen    [Korpus]    man    früher    aus    dem    Panzer    von Gürteltieren    herstellte.    Seinen    spezifischen    Klang    entwickelt    es    besonders    in    der akkordischen,   weniger   in   der   melodischen   Spielweise.   Der   Bolivianer   Ernesto   Cavour (geb.   1914)   selbst   ist   Virtuose   auf   dem   Instrument,   sein   „Mis   llamitas“   klingt   ein   wenig wie   „El   Condor   pasa“,   da   fehlt   nur   noch   die   Flöte   und   man   fühlt   sich   in   die   Bergwelt   der Anden versetzt. Ramona   Beyer   spielt   hingebungsvoll   das   anspruchsvolle   „Rondeau“   des   Franzosen Napoleon   Coste,   der   sich   1863   bei   einem   Unfall   den   rechten Arm   brach   und   fortan   nur noch   unterrichten   konnte.   Ein   Schicksal,   das   man   keinem   Musiker   wünscht.   Francesco Tarregas   virtuose   Variationen   über   Paganinis   Karneval   in   Venedig   erinnerten   an   „Mein Hut,   der   hat   drei   Ecken“   und   sein   „Recuerdos   de   la Alhambra“   entführt   in   die   arabische Vergangenheit   Andalusiens.   Zahlreiche   originale   Kompositionen   für   die   Konzertgitarre stehen   einer   Unzahl   von   Bearbeitungen   gegenüber. Auch   Vivaldis   Trio-Sonate   in   D-Dur hat   sich   inzwischen   unzählige   Bearbeitungen   gefallen   lassen      als   Gitarrenkonzert   mit Kammerorchester   hat   vor   allem   das   gefühlvolle   Largo   eine   weite   Verbreitung   gefunden. Torres    und    Beyer    haben    ihre    Bearbeitung    für    Gitarre    und    Theorbe,    die    barocke Basslaute, gefunden. Für ihre Darbietungen gab es verdienten Beifall. von Renate Parschau Thüringer Allgemeine Zeitung, 10. November 2009
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BAD LANGENSALZA. „Wir    verbinden    Generationen!“    heißt    das    Konzept,    nach    dem    die Marseille-Kliniken    AG    und    die    Hochschule    für    Musik    und    Theater Hamburg   miteinander   kooperieren:   Stipendien,   Studienaufenthalte   und vor   allem Auftrittsmöglichkeiten   zur   Erlangung   von   Publikumssicherheit für die angehenden Künstler. Der     Seniorenwohnpark     Bad     Langensalza     war     zum     ersten     Mal Nutznießer     dieser     lobenswerten     Initiative,     und     so     konnten     am vergangenen    Freitag    gleich    zwei    junge    Musiker    begrüßt    werden, Ramona Beyer und German Gajardo Torres. [...] Freitag,   später   Nachmittag   im   Seniorenwohnpark.   Nicht   nur   Einwohner sind   zu   dieser   eher   ungewöhnlichen   Zeit   in   den   Veranstaltungsraum gekommen,       auch       Ärzte,       Physiotherapeuten       und       andere Kooperationspartner    der    Einrichtung.    Und    es    gibt    Häppchen,    dazu Sekt,    Wasser    und    Saft.    Statt    Handy-Klingeln    fiept    ab    und    an    ein Blutdruck-Messgerät,     wird     turnusmäßig     die     eine     oder     andere Thrombose-Spritze   verabreicht.   Meine   Nachbarin,   Diabetikerin,   nimmt ihr   Abendbrot   aber   doch   lieber   auf   dem   Zimmer   zu   sich.   Es   ist   nun einmal alles etwas anders, wenn vorrangig Senioren im Saal sitzen. Trotzdem   folgen   alle   gleichermaßen   aufmerksam   einer   musikalischen Reise:   Bachianinha   Nr.   1   hat   der   Brasilianer   Paulinho   Nogueira   seine Komposition    genannt,    die    zwar    auf    Bach    bezogen    sein    soll,    aber dennoch    durchweg    südamerikanisch    klingt.    Der    1982    in    Sibirien geborene   Alexander   Mironov   hat   eigens   für   German   Gajardo   Torres ein   virtuoses   Stück   komponiert,   das   dieser   mit   großem   Engagement vorträgt.    Doch    nicht    nur    auf    der    Konzertgitarre,    sondern    auch    auf deren   winzigem   Schwesterinstrument   ist   Torres   zu   Hause:   Charango heißt   das   gerade   einmal   tellergroße   Zupfinstrument,   dessen   [Korpus] man    früher    aus    dem    Panzer    von    Gürteltieren    herstellte.    Seinen spezifischen    Klang    entwickelt    es    besonders    in    der    akkordischen, weniger   in   der   melodischen   Spielweise.   Der   Bolivianer   Ernesto   Cavour (geb.   1914)   selbst   ist   Virtuose   auf   dem   Instrument,   sein   „Mis   llamitas“ klingt   ein   wenig   wie   „El   Condor   pasa“,   da   fehlt   nur   noch   die   Flöte   und man fühlt sich in die Bergwelt der Anden versetzt. Ramona   Beyer   spielt   hingebungsvoll   das   anspruchsvolle   „Rondeau“ des   Franzosen   Napoleon   Coste,   der   sich   1863   bei   einem   Unfall   den rechten    Arm    brach    und    fortan    nur    noch    unterrichten    konnte.    Ein Schicksal,    das    man    keinem    Musiker    wünscht.    Francesco    Tarregas virtuose   Variationen   über   Paganinis   Karneval   in   Venedig   erinnerten   an „Mein   Hut,   der   hat   drei   Ecken“   und   sein   „Recuerdos   de   la   Alhambra“ entführt    in    die    arabische    Vergangenheit    Andalusiens.    Zahlreiche originale   Kompositionen   für   die   Konzertgitarre   stehen   einer   Unzahl   von Bearbeitungen   gegenüber. Auch   Vivaldis   Trio-Sonate   in   D-Dur   hat   sich inzwischen      unzählige      Bearbeitungen      gefallen      lassen            als Gitarrenkonzert   mit   Kammerorchester   hat   vor   allem   das   gefühlvolle Largo   eine   weite   Verbreitung   gefunden.   Torres   und   Beyer   haben   ihre Bearbeitung     für     Gitarre     und     Theorbe,     die     barocke     Basslaute, gefunden. Für ihre Darbietungen gab es verdienten Beifall. von Renate Parschau Thüringer Allgemeine Zeitung, 10. November 2009